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Praxis: Die eigene Bank im Unternehmen

Viele, die das Prinzip des Betriebssparens – also Mitarbeiterfinanzierte Firmenliquidität mit staatlicher Ausfallgarantie – grundsätzlich verstanden haben, fragen immer wieder: Wie läuft denn das nun in der Praxis? Dass das Geld nun nicht mehr für Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds usw. überwiesen wird, sondern im Unternehmen bleibt ist zunächst zumindest theoretisch noch klar. Doch wie geht es weiter?

Wie sieht denn die so mehrfach beschriebene ‘Unternehmenskasse’, ‘Unternehmensbank’ oder interne ‘Betriebsbank’ aus? Wohin genau soll das Geld der Mitarbeiter denn überwiesen bzw. gebucht werden?

Nun, als erstes sollten Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Sie als Unternehmensinhaber gleichzeitig der Chef Ihrer betriebseigenen Bank sind. Dafür eröffnen Sie ein Konto – vielleicht bei einer Fremdbank, damit auch eine deutliche Trennung zwischen Unternehmensgeldern und der ‘Betriebsbank’ besteht und überweisen die für die Mitarbeiter per Gehaltsumwandlung gebuchten bAV-Gelder dorthin, einschließlich dem Anteil als Arbeitgeber. taxes-740202_1920Sie haben bisher noch nichts dazu gegeben? Dann könnte es spätestens hier eine Überlegung wert sein, denn zum einen sparen Sie bei Entgeltumwandlung die Lohnnebenkosten und zum anderen wäre das ja vielleicht eine Motivation für besonders diejenigen Mitarbeiter, die bisher noch keine bAV in Anspruch nehmen, nun doch einzusteigen. Das Entscheidende jedoch ist: Es landet alles in Ihrer eigenen ‘Betriebsbank’ – also quasi “linke Tasche in rechte Tasche”. Steuerlich wird es selbstverständlich so behandelt wie eine externe Anlage, also als Betriebsausgaben. Zugegeben, am Anfang plätschert das Geld noch langsam Monat für Monat in diese Betriebsbank, je nachdem, wie viele Mitarbeiter Sie haben und wie viele davon mitmachen. Aber stellen Sie sich doch einmal kurz vor, Sie hätten eine solche Bank bereits seit 5 Jahren – wie hoch wäre das Guthaben heute….?

Und was ist mit den ‚Altverträgen‘?

Außerdem könnte man zusätzlich prüfen, ob vielleicht auch die Rückkaufswerte aus bestehenden Verträgen der Mitarbeiter hinzugezogen werden können – deren Einverständnis natürlich vorausgesetzt. Und: unbedingt auch nur nach Vorprüfung durch einen Fachanwalt oder Wirtschaftsprüfer! Diesbezüglich verweisen wir auf unseren Artikel: Muss ich jetzt etwa alles umstellen?

Nettolohnoptimierung als Liquiditätsturbo

Für diejenigen, die sich gerade immer noch vorstellen, dass unter ihren Mitarbeitern bisher nur vielleicht jeder vierte oder fünfte überhaupt für betriebliche Altersvorsorge zahlt, sei auf andere Blog-Beiträge wie z.B. hier Warum ALLE Mitarbeiter mitmachen WOLLEN? hingewiesen. Bei einer intelligent eingesetzten Entgeltoptimierung und der damit verbundenen enormen Lohnnebenkosteneinsparung sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite, kann dann nahezu jeder Mitarbeiter mit ca. 150,- Euro mtl. und mehr die ‘Betriebsrente zum Null-Tarif’ nutzen, also ohne sein Netto anzugreifen. Plus Arbeitgeberanteil (meist um 30%+) sind das pro Mitarbeiter-Nase bereits um die 200,—Euro monatlich. Nun rechnen Sie einfach nochmal neu . . .

Was Nettolohnoptimierung ist? Wie mehr Netto vom Brutto ganz legal funktioniert? Schauen Sie doch mal hier: Entgelt24.de

Liquiditätseffekt für KMU 50 Mitarbeiter

Ja, schön und gut. Und was soll ich mit dem Geld nun machen…?

Da fällt mir spontan zunächst nur eine Gegenfrage ein: Wer ist denn hier der Unternehmer? Wenn Ihnen gar nichts einfällt und Sie auf sicher gehen wollen, dann lassen Sie das Geld einfach liegen und zahlen jedes Jahr, wie in der Abbildung gezeigt, 1,25% auf das bestehende Guthaben ein. Betrachten Sie es dann als sichere Investition in Ihre Mitarbeiter und Sie machen absolut nichts falsch. Rein betriebswirtschaftlich gesehen ist das allerdings auf so lange Dauer etwas langweilig – oder? Abgesehen davon zeigt die Erfahrung immer wieder, wenn erst einmal genügend Geld in der Kasse ist, kommen meist auch die Ideen von ganz allein dafür.

Flexibilität einer Betriebsbank

Hier nun der etwas spannendere Teil für ‘richtige Unternehmer’: Wenn etwas Geld zusammengekommen ist, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit auch etwas anzufangen. Der eigentliche Sinn ist ja nicht, das Geld über sehr lange Zeit einfach nur zu verwalten, sondern viel eher, es unternehmerisch zu vermehren! Ob ein Unternehmer dieses Geld nun für spezielle Investitionen wie z.B. Expansion, Marketing, Schnäppcheneinkäufe oder einen erweiterten Geschäftszweig einsetzt, euro-84831_1280muss er allein mit seinen Zielen und seiner Firmenpolitik abwägen. Entscheidend dabei ist, dass er eigentlich über den wichtigsten Faktor einer jeden Investition, Anlage oder eines Projektes verfügt: eine sehr lange Zeitspanne! Auch für den Fall, dass mal etwas nicht so gut läuft. Falls er das Geld nutzt, muss er natürlich auch einen entsprechenden Vertrag machen und verhandeln – nur eben mit sich selbst als “Bankdirektor”, also ohne Bilanzen, BWAs, Bonitätsnachweise oder Sicherheiten. Ein zusätzlich sehr entscheidender Punkt ist das Ausbleiben einer persönlichen Bürgschaftsübernahme, den Banken bei Firmenkrediten gewöhnlich immer verlangen – neben zuweilen sogar noch weiteren  privaten Sicherheiten. Diese Umstände zusammengenommen dürften bereits für  eine entspannte Verhandlungsatmosphäre sorgen.

Warum dafür Zinsen zahlen?

Nun, da Sie nun frischgebackener Bankinhaber sind, haben Sie selbstverständlich auch ein wenig Verantwortung. Denn zum einen haben Sie sich das Geld von Ihren Beschäftigten langfristig bis zu deren Renteneintritt für z.B. 1,25% p.a. (Vorsorgezusage) geliehen und zum anderen müssten Sie ja auch bei einer Fremdbank Zinsen entrichten. Allerdings gibt es hier 2 Trostpflaster: Zinszahlungen, für welche Bank auch immer, gelten als Betriebsausgaben und noch dazu gilt auch hier “linke Tasche in . . .” – kennen Sie ja schon von weiter oben. Das Geld verlässt also – bis auf selbst gewollte Investitionen – nie das Unternehmen. An dieser Stelle nur ein kleiner Hinweis für die ganz Cleveren, die vielleicht schon an ca. 10% und mehr Zinsen für ihre ‘Hausbank’ denken: Bitte übertreiben Sie es damit nicht. Der Zinssatz sollte schon einigermaßen orts- und gegenwartsüblich sein.

Auch Direktanlagen sind möglich

Den Rest des Monat für Monat kontinuierlich weiter eingehenden Geldes oder eben auch alles können Sie selbstverständlich aus Ihrer ‘Betriebsbank’ heraus, wie in der Grafik gut dargestellt, auch direkt am freien Kapitalmarkt anlegen – wenn möglich, natürlich in Sachwerte.

Sie sehen nun, wie flexibel der Umgang mit der eigenen ‘Betriebsbank’ neben den Vorzügen für die Mitarbeiter mit ihren garantierten, kostenbefreiten u. transparenten Rentenzusagen, sowie staatlichem Insolvenzausfallschutz funktionieren kann und damit zum echten innerbetrieblichen Win-Win Betriebssparen wird. Oder wie es einer in diesem Genre wohl versiertesten Wirtschaftsprüfer ausdrückt: “Eben erfrischend einfach …”

Und mein Steuerberater?

Sehr oft hören wir das Argument “Da muss ich erst mal meinen Steuerberater fragen …” Ob Sie ihm das tatsächlich antun sollten und inwiefern dieser bei einer rein betriebswirtschaftlichen Frage tatsächlich helfen kann und auch wirklich will – dazu hier ein Kurzkommentar eines darauf spezialisierten Wirtschaftsprüfers/Steuerberaters: Anmerkung WP/StB Baier

Gern würden wir in den nächsten Beiträgen versuchen, ein paar Beispiele von Unternehmern darzustellen, die das Betriebssparen bereits nutzen und welche teilweise erstaunlichen Ideen diese aus dem daraus gewonnenen Geld bereits umgesetzt haben oder welche Vorhaben dort noch geplant sind.
Deshalb: Geben Sie uns weiter unten Ihre Eindrücke, Ihre Fragen oder einfach einen persönlichen Kommentar ab, damit wir wissen, was genau Sie zu diesem Thema bewegt.

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